
Frechener Realschüler erklären NRW-Schulministerin Sommer den „genetischen Fingerabdruck“
Köln, 18. März 2007 - Laborkittel anziehen, Hightech-Geräte
bedienen und eine spannende Fragestellung eigenständig bearbeiten -
so macht Biologieunterricht noch mehr Spaß. Dies ist nach vier Stunden
Laborarbeit im Schülerlabor des gemeinnützigen Vereins KölnPUB
– Publikum und Biotechnologie – e.V. in Köln-Kalk das Fazit von 25 Zehntklässlern
der Realschule Frechen. Gemeinsam hatten sie mit Hilfe des „genetischen Fingerabdrucks“
einen historischen Kriminalfall gelöst und eindeutig nachgewiesen, dass
Anna Anderson niemals die einzige überlebende Tochter des letzten russischen
Zarenpaares gewesen sein kann - und selbstbewusst ihre Ergebnisse der NRW-Schulministerin
Barbara Sommer vorgestellt, die an der Kurspremiere teilnahm.
„Wir haben uns bewusst für einen historischen Kriminalfall entschieden,
den die Schüler bearbeiten sollen“, so Kursleiter Dr. Daniel Dreesmann.
„Die Kursteilnehmer wissen natürlich, dass das keine DNA-Proben der
Zarenfamilie sind, sondern wir den Fall nur möglichst realistisch nachstellen,
spannend bleibt es aber bis zum Schluss!“, was die Schülerinnen und
Schüler mit zustimmendem Kopfnicken bestätigen.
Wie lohnend der Besuch des Schülerlabors als
Ergänzung zum regulären Unterricht ist, unterstrich Ministerin
Sommer bei ihrem Ortstermin am 15. März 2007.
„Man müsse“, so Sommer, „auch aus der Schule heraus kommen, damit das
Lernen dann anschließend wieder mehr Spaß macht.“ Begleitet
wurden die Frechener Schülerinnen und Schüler von ihren Biologielehrerinnen
und Schulleiter Franz Woringen, der sich eine weitere Zusammenarbeit seiner
Schule mit KölnPUB wünscht. Er dankte auch der Frechener CDU-Landtagsabgeordneten
Rita Klöpper, die den Kontakt zu KölnPUB vermittelt hatte.
KölnPUB möchte nach dieser Kurs-Premiere den Schülerkurs „Wer
war Anna Anderson? – Zarentochter oder Schwindlerin?“ in sein regelmäßiges
Angebot aufnehmen und nicht mehr ausschließlich Kurse für
Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II anbieten, zu denen
Klassen aus ganz NRW anreisen. „Mit dem neuen
Kurs wenden wir uns bewusst an jüngere Schülerinnen und Schüler,
um ihnen auch Berufsfelder im Bereich der Biowissenschaften vorzustellen,
für die ein Abitur nicht erforderlich ist“, erläutert
die Vereinsvorsitzende Dr. Heidrun Fußwinkel vom Institut für
Genetik der Kölner Universität. „Außerdem dürfen Themen
wie die Gentechnik, der wir inzwischen nahezu täglich im Alltag begegnen,
nicht nur Gymnasiasten vermittelt werden.“ Die breite Öffentlichkeit
zu informieren sei, so Fußwinkel, eines der Hauptziele des Vereins
KölnPUB, der in diesem Jahr 10 Jahre besteht. „Wir hoffen, dass sich
nun auch andere Realschulen und Gesamtschulen für den neuen Kurs interessieren
und sich Sponsoren finden, die einzelnen Klassen die Teilnahme ermöglichen!“.
Bild: Eine Schülerin der Realschule Frechen erklärt Ministerin
Barbara Sommer (Bildmitte) und der CDU-Landtagsabgeordneten Rita Klöpper
das Versuchsergebnis.